Pevo hat geschrieben:Meine Kritik zielt auf den Luxus in D im Herbst Spargel zu essen. Das geht in Richtung Ernährungsart gemäß meinem Pkt. 6.
Eine wenig qualifizierte Aussage vor dem Hintergrund der aktuellen Nachhaltigkeitssituation: Wasserknappheit und Spargel aus P in D im Herbst.
Oh je, welch ein Luxus, Spargel aus Peru im Herbst für 6,49 Euro. Wollten wir da wirklich am gleichen Maßstab sämtliche Ressourcenverbräuche messen? Dann müsste aber sehr vieles verboten werden. Oder sollte vielleicht ein ökosozialistischer Wächterrat entscheiden, was gut und was böse ist? Wer so etwas möchte, der könnte das jetzt schon tun, es ist nicht verboten, weitgehenden Konsumverzicht zu betreiben.
Was das „knappe“ Wasser für die Spargelerzeugung in Peru angeht: das ging zuvor einfach ungenutzt den Bach runter ins Meer. Erst mit dem Bau von Talsperren und Bewässerungskanälen wurde es nutzbar und erzeugt quasi als Nebenprodukt auch noch Strom aus Wasserkraft.
Die modernen Großbetriebe in Peru benötigen mit computergesteuerten Tröpfchenbewässerung gerade mal 0,7 Ltr. Wasser pro KG Spargel.
Beim Kleinbauern nebenan, der im Windschatten der Großen auch vom Spargelboom profitiert, dürfte es ein Vielfaches sein. Trotz (oder wegen) „Fairtrade“ können sich die Kleinbauern nur keine moderne Bewässerungsanlage leisten und fluten einfach ab und zu das ganze Feld, auf dem dann auch noch deutlich weniger erntet wird. Dazu kommt dann noch ein weit höherer Ressourcenverbbrauch beim Transport. Man kann das so machen, für eine Dekadenzelite unter den Verbrauchern, die ihren Spargel unbedingt vom Kleinbauern möchte, aber das ist weder nachhaltig noch bodenschonend oder sonst was. Den Ressourcenmehrverbrauch dafür müssen sich diese dekadenten Verbraucher samt ihrer geistigen Einflüsterer auf die ökologischen Fußabdrücke schreiben.
Wenn es um effiziente Nutzung der Ressourcen geht, führt kein Weg an moderner Landwirtschaft vorbei, daran ändern auch Deine schönen Grafiken nichts. Denn deren Zahlen beinhalten die Leistungen dieser modernen Landwirtschaft, ohne wären sie nicht mehr so schön.
Die künstlich bewässerte Wüste Perus stellt nur einen winzigen Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche aber einen großen Anteil der Erzeugung und Agrarexporte.
Also ich kann daran nichts Schlechtes sehen, auch wenn ich selbst noch nie Spargel aus Peru gegessen habe. Es ist einfach nicht meine Spargelzeit, aber das übertrage ich nicht zwanghaft auf andere, da unterscheiden wir uns fundamental.
Sicher wirst Du haufenweise Zettelchen mit passender Kritik an solchen Projekten im Kästchen haben, aber nicht einen einzigen Zettel, wo eine bessere Leistung dieser „Kritiker“ dokumentiert ist. Sollen sie doch selbst erst mal was Besseres auf die Beine stellen und dann die betroffenen Menschen wählen lassen.

Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet