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Ökologische Landwirtschaft

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » So Mai 15, 2022 10:34

Gemach, Gemach! Noch ist nicht aller Tage Abend. In meinem Bundesland sind die Öko-Förderprämien angehoben worden. Incl. Mutterkuhprämie, Altgrasstreifen und evtl. noch weiterer Programmpunkte, käme ich über den Betrag, den ich z.Zt. bekomme. Selbst wenn die gesamte Förderung gestrichen würde, müsste ich lediglich die regelmäßige Eigenkapitalaufstockung (Flächenkäufe) stark reduzieren. Alles andere liefe ganz "normal" weiter. Es bleibt abzuwarten, ob die EU die Vorschläge von Bonusmeilen-Özdemir durchwinkt oder nicht. Die 4% Stilllegung laufen bei mir über die Kleegrasuntersaat im Ackerfeldfutterbau. Nach einem Jahr wird der Aufwuchs dort gemulcht und bewirkt sicher einen guten Ertrag bei der nachfolgenden Marktfrucht. Also, kein Grund zum Verzagen. :)
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon Manfred » Di Mai 17, 2022 20:06

Bio-Großhändler BiUno in Gießen meldet Insolvenz an

https://www.merkur.de/deutschland/hesse ... 47418.html
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Mi Mai 18, 2022 6:20

Es gibt mind. zwei weitere Betriebe die wackeln. Angeblich gibt es Bestrebungen vom größten deutschen Bio-Großhändler, diese oder Teile davon zu übernehmen. Die Konzentration im bundesdeutschen Bio-Großhandel ist schon jetzt schlimmer als im konv. Bereich.
Früher gab es in meiner ehemaligen Heimat den Bio-Großhandel "Löwenzahn", In den 90er Jahren gab der auf. Vorausgegangen war die Vereinnahmung des Ökolandbaus durch die Politik, auf der Basis der eingeführten Förderung. Damals sagte einer aus der Geschäftsführung, dass damit die Freiheit und Selbstständigkeit des Bioanbaus beendet sei. Wie recht er doch hatte!
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon Englberger » Mi Mai 18, 2022 7:21

DWEWT hat geschrieben:dass damit die Freiheit und Selbstständigkeit des Bioanbaus beendet sei. Wie recht er doch hatte!

Hallo,
als die Diskussion "Supermarkt ja/nein, Ende der 80er Jahre losging gabs doch 2 Strömungen im Biobereich.
Die Einen wollten exclusiv für ein intelektuelle "Elite" produzieren und sich bei Hoffesten feiern lassen, und die Anderen sahen das eher politisch nach dem Motto: Biofutter für das Volk, und warum in einen Überschussmarkt mit viel Dünger und Pestizidaufwand zusätzlich reinproduzieren, wenn ich für die halbe Bioware doppelten Preis krieg.
Und dann kam der Wunsch nach einer EU Regelung um die Konkurrenz kleinzuhalten. Ging halt nicht lange gut; die anderen waren auch keine Deppen. Wir haben im letzten Moment unseren Bioladen verkauft, und dann kamen die Biosupermärkte mit Vollgas. Und jetzt gibts alles bei Aldie und Lidl.
Welcher Russe hat über die Deutschen gesagt?
"Die werden uns noch die Stricke liefern mit denen wir sie hängen"
Gruss Christian
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon Botaniker » Mi Mai 18, 2022 9:04

Wie kann oder konnte man denn auf die Idee kommen, dass marktwirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten nicht greifen bzw. gelten, nur weil irgendwo Bio/Öko draufsteht?
Sowas mag ja noch ansatzweise in der Nische der Fall sein, spätestens aber wenn gewisse Marktanteile erreicht sind und/oder die Margen in der Nische groß sind....
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon Isarland » Mi Mai 18, 2022 9:11

Die Arroganz und der Grössenwahn der "wir retten die Welt" Kasperl in den Verbänden wird den Ökolandbau nicht zu 30 % sondern ins Nischendasein führen. Und das finde ich gut so.
Die rasant voranschreitende allgemeine Verblödung löst bei mir Angst und Schrecken aus.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon LUV4.0 » Mi Mai 18, 2022 11:04

Du bist doch selber Bio. Oder geht es bei dir auch um die ,,Mitbewerber"? :P

Ich habe schon vor Jahren gesagt, dass den Biokollegen irgendwann das selbe wie allen anderen auch passieren wird, was die Preise betrifft. Die Verbraucher wollen Bilderbuch Landwirtschaft zu Dumpingpreisen. Das kann BIO auch nicht.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Mi Mai 18, 2022 12:07

Isarland hat geschrieben:Die Arroganz und der Grössenwahn der "wir retten die Welt" Kasperl in den Verbänden wird den Ökolandbau nicht zu 30 % sondern ins Nischendasein führen. Und das finde ich gut so.


:!:
Das sehe ich auch so. :D
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon Isarland » Mi Mai 18, 2022 12:20

Wir haben mit unseren Produkten und unserer Produktvielfalt keinen Mitbewerber im Umkreis von 30- 40km.
Die halbverkrachten Konvis, die nur wegen der Prämien umstellten, und anfingen, mit überteuerten
Pachtangeboten versuchen, den "Kollegen" Land wegzupachten. Da glauben manche, sie sind die höchsten. Alles mir her. Oder ist es normal, wenn so ein Wahnsinniger 40 ha, unbefahrbare Hügel für 600€ ha. pachtet, um im Frühjahr Absetzer auf die Weide zu stellen, die er im Herbst als Fresser verkaufen will? Zudem ist er gerade beim Bau von ca. 10-12 Tsd. meter Weidezaun.
Aber zwei Bauplätze direkt am Hof verkauft. :roll: :roll:
Da wüsste ich noch etliches von so Neueinsteigern, die es in ein paar Jahren nicht mehr gibt.
Die rasant voranschreitende allgemeine Verblödung löst bei mir Angst und Schrecken aus.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon LUV4.0 » Mi Mai 18, 2022 13:31

Dann werdet ihr sehr wahrscheinlich auch keine Probleme mit dem Absatz haben. Es gab immer Kunden die sich das leisten können und wollen. Aber der Großteil schaut in Zeiten wie diesen auf den Preis, und als erstes gespart wird natürlich am Essen. Da ist die Landwirtschaft nicht ganz unschuldig dran. Der Auftrag nach dem Krieg die Bevölkerung schnell und günstig zu ernähren ist lange vorbei. Verdient haben wir gut dran. So gut, dass wir es nicht mehr ändern wollten. Und nun?
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Mi Mai 18, 2022 15:04

LUV4.0 hat geschrieben:
Ich habe schon vor Jahren gesagt, dass den Biokollegen irgendwann das selbe wie allen anderen auch passieren wird, was die Preise betrifft. Die Verbraucher wollen Bilderbuch Landwirtschaft zu Dumpingpreisen. Das kann BIO auch nicht.


Diese Entwicklung war eben nicht unabwendbar! Der Ökolandbau hätte in seiner Nische, in Abhängigkeit vom Markt, wie man so schön sagt, "organisch wachsen" können. So wie er es von den frühen 70ern bis 1992 getan hat. Erst durch die Höhelflüge unserer geistig gar nicht höhentauglichen Sesseletage, sind wir in die MIsere des ständig wachsenden Angebotes und der nicht mitgewachsenen gutsituierten Kundschaft gekommen. Das ist ein selbstgemachtes Problem! Die jetzige MIsere haben die da oben noch gar nicht mitbekommen. Bei einem Anruf heute früh, fragte man nach meiner Teilnahme an einem Öffentlichkeitstermin. Wofür soll das in der augenblicklichen Situation gut sein, habe ich gefragt. Wir müssen an die Zeit nach dieser Krisensituation denken, sagte der Verbandsmensch. Für viele von euch gibt es vermutlich keine bequeme Zeit mehr nach der Krise, sagte ich. Ich habe eine Teilnahme trotzdem abgelehnt. Ich weiß von Beraterkollegen, dass die z.Zt. sehr unerquickliche Gespräche auf den Höfen führen dürfen. Wieso sind die Bio-Rinder billiger als die konv. Rinder? Wieso liegen die Ankaufsangebote für die kommende Ernte unter den konv. Angeboten. Warum bringt das Bio-Schweinefleisch nur 4,20€, während die Kosten bei 4,50€ liegen. Warum ist der Bio-Milchpreis bei 50€ct festgenagelt, während der Preis für konv. Milch stramm auf 50€ct zugeht? Und und und. Die Verbände ködern derzeit mit beitragsfreien Zeiten umstellungswillige Landwirte. Denen wird wohl der Hintern auf Grundeis gehen. Richtig so!
Ähnlich wie beim ITW, schieben auch einige Öko-Verarbeiter den Rohstoff, weil die Produkte nicht mehr vollumfänglich abfließen. Produktionseinbrüche aufgrund fehlender importierter Rohstoffe, werden oft schon gar nicht mehr als negativ betrachtet. Ein geringeres Angebot und dazu noch nicht einmal selbst verschuldet, kommt jetzt gerade recht. Der Absatz stockt und die Sesseletage plärrt vom fast unbegrenzten Bio-Wachstum. Wohl dem, der noch in seiner Nische produziert!
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon meyenburg1975 » Mi Mai 18, 2022 17:59

Isarland hat geschrieben:Die halbverkrachten Konvis, die nur wegen der Prämien umstellten.

Wer als Konvi das Konto nicht in Ordnung hat, wird sich mit Bio auch nicht retten.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon meyenburg1975 » Mi Mai 18, 2022 18:06

DWEWT hat geschrieben:Diese Entwicklung war eben nicht unabwendbar! Der Ökolandbau hätte in seiner Nische, in Abhängigkeit vom Markt, wie man so schön sagt, "organisch wachsen" können. So wie er es von den frühen 70ern bis 1992 getan hat.

Der politische Auftrag ist aber nicht die Ernährung der Besserverdiener, damit kann man auch kaum Prämien begründen. "Euer" Auftrag ist nicht weniger, als die Rettung der Erde vom Artensterben und vor dem "Klimakollaps".
Ist natürlich Unsinn, aber damit wird das Verwaltungs und Verbandswesen mitsamt den Prämien eben "Verkaufbar". Momentan sieht das nach einer üblen Sackgasse aus.

Und was die hohen Preise im Konvibereich angeht, habe ich zwei Tipps.
1. Steuerlast einkalkulieren
2. Die Zeit könnte schneller vorbei gehen, als gedacht.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon Isarland » Mi Mai 18, 2022 19:09

meyenburg1975 hat geschrieben:
Isarland hat geschrieben:Die halbverkrachten Konvis, die nur wegen der Prämien umstellten.

Wer als Konvi das Konto nicht in Ordnung hat, wird sich mit Bio auch nicht retten.

Genau so ist es.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon LUV4.0 » Do Mai 19, 2022 8:01

Also ich schwärme ja immer nur für einen BIO Kollegen, hier aus meiner Ecke. Den verschuldeten Hof vom Vater übernommen, voller Überzeugung auf BIO umgestellt, werden jetzt erfolgreich etliche Kartoffelsorten angebaut, neue und alte gezüchtet und erfolgreich vermarktet. Der hat seinen Kundenstamm, auch jetzt.
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