Maschinenring Shop

  • Foren-Übersicht
  • Galerie
  • Chat
    Erweiterte Suche
  • Ändere Schriftgröße
  • FAQ •
  • Datenschutzerklärung •
  • Nutzungsbedingungen • Registrieren • Login
Auto-Login

Aktuelle Zeit: Di Sep 22, 2026 12:19

was ist los in Deutschland

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
Antwort erstellen
26232 Beiträge • Seite 1734 von 1749 • 1 ... 1731, 1732, 1733, 1734, 1735, 1736, 1737 ... 1749
  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon Manfred » Do Aug 27, 2026 16:36

Nie gehört. Aber so eine Aktion, jetzt im Sachsen-Anhalt-Endspurt, ist das wohl als Wahlkampf für die AfD zu verstehen.
"Menschen mit Sklavenmentalität betrachten ihre Fesseln als Garantie für Stabilität."
Michail Weller
Manfred
 
Beiträge: 15291
Registriert: Di Jun 13, 2006 18:26
  • Website
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon Otto Mohl » Fr Aug 28, 2026 5:25

RABE-Profi hat geschrieben:Und mindestens die Hälfte mit denen wo man redet, sagen so wie wir.

ich kenne zahlreiche Migranten, die ein besseres Deutsch reden und zahlreiche Deutsche, die ein besseres Deutsch reden.

Wenn mehr als die Hälfte der Leute, mit wo wem wo du redest, mit denen wo man wo sagt, so reden, stimmt etwas nicht mit den Leuten wo du Umgang hast oder der Kreis der Leute wo du triffst ist sehr klein.
Otto Mohl
 
Beiträge: 784
Registriert: Di Jan 30, 2018 16:25
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon RABE-Profi » Fr Aug 28, 2026 6:48

https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... talay.html

War da nicht mal einer, der der Stasi nahe stand, der die Leute als Ratten bezeichnet hat????

Was will eigentlich der, den man nicht als lange Holznase bezeichnen darf???

Meint der wirklich daß man vor ihm noch irgendwelchen Respekt hat??
Deutschland: das größte Irrenhaus der Welt. Hier laufen die Verbrecher frei herum
RABE-Profi
 
Beiträge: 1240
Registriert: So Feb 19, 2023 20:54
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon T5060 » Fr Aug 28, 2026 16:02

Lest mal die neue AGRARHEUTE: Wenn die AfD an die Regierung kommt, weil die Bauern die gewählt haben, werden die Prämien gestrichen
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
Benutzeravatar
T5060
 
Beiträge: 36633
Registriert: Sa Jan 10, 2015 7:46
Wohnort: Bayern - BW
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon Manfred » Fr Aug 28, 2026 17:26

Soviel zum Thema freie und geheime Wahlen und was in manchen Köpfen so alles an verfassungsfeindlichen Gedanken kreist.
"Menschen mit Sklavenmentalität betrachten ihre Fesseln als Garantie für Stabilität."
Michail Weller
Manfred
 
Beiträge: 15291
Registriert: Di Jun 13, 2006 18:26
  • Website
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon T5060 » Fr Aug 28, 2026 20:30

Denkt mal KI weiter: Ganz irgendwann früher war Land das Produktionsmittel und definierte die Größe der Bevölkerung und der Armeen, ist halt ab und an mal wer verhungert.
Der König verteilte das Land an den Adel. Dann kam die Kirche dazu und schuf sowas wie Glauben, aber auch Bildung.

Nach Freiherr von Stein und dem alten Fritz wurde dann die Leibeigenschaft dezent aufgeweicht, hielt sich aber in vielen Ecken Westdeutschlands bei ca. 1970 an. Da war dann der Adel meist pleite.
Bestimmend war jetzt die Arbeitskraft, Rohstoffe, Energie und die Arbeitskraft. Es herrschte das Kapital und Unternehmer.

So jetzt kommt die KI mit King Elon, KingBoss Gates und Prince Zuckerberg, die über das entscheiden was wir wissen dürfen und was wir können.
Damit lösen sich Ländergrenzen, Nationalitäten und Demokratien auf, weil auch die Arbeit und das Militär auf Humanoide übergehen.

Erinnern wir uns bitte an George Orwells "1984" und "the animal farm". Nun ratet mal wer heute die Schweine sind ?
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
Benutzeravatar
T5060
 
Beiträge: 36633
Registriert: Sa Jan 10, 2015 7:46
Wohnort: Bayern - BW
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon 210ponys » Fr Aug 28, 2026 20:35

T5060 hat geschrieben:Lest mal die neue AGRARHEUTE: Wenn die AfD an die Regierung kommt, weil die Bauern die gewählt haben, werden die Prämien gestrichen

und Jetzt? Dann sind alle tot und alles wird importiert, vielleicht knurrt das Bäuchlein dann öfters mal beim Verbraucher. Nennt man lernen durch schmerz.
210ponys
 
Beiträge: 8368
Registriert: Sa Dez 31, 2016 23:23
Wohnort: Bw
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon MikeW » Fr Aug 28, 2026 20:49

Wenn das Lernen erst beginnt, wenn unsere Existenzen zerstört sind ist es zu spät. Bei vielen kleinen Betrieben gibt es keinen Plan B.
Selbst Denken ist wichtig, ... wichtiger denn je.
MikeW
 
Beiträge: 3949
Registriert: Mo Mär 24, 2008 9:35
  • Website
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon 210ponys » Fr Aug 28, 2026 20:53

kommt jetzt drauf an was man unter klein versteht, aber wen es die 100 000.- vom Staat für die großen nimmer gibt. Hängen die noch weniger das Mähwerk an wie der kleine 10 ha Krauter.
210ponys
 
Beiträge: 8368
Registriert: Sa Dez 31, 2016 23:23
Wohnort: Bw
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon Manfred » Fr Aug 28, 2026 21:01

T5060 hat geschrieben:Denkt mal KI weiter: Ganz irgendwann früher war Land das Produktionsmittel und definierte die Größe der Bevölkerung und der Armeen, ist halt ab und an mal wer verhungert.
Der König verteilte das Land an den Adel. Dann kam die Kirche dazu und schuf sowas wie Glauben, aber auch Bildung.

Nach Freiherr von Stein und dem alten Fritz wurde dann die Leibeigenschaft dezent aufgeweicht, hielt sich aber in vielen Ecken Westdeutschlands bei ca. 1970 an. Da war dann der Adel meist pleite.
Bestimmend war jetzt die Arbeitskraft, Rohstoffe, Energie und die Arbeitskraft. Es herrschte das Kapital und Unternehmer.

So jetzt kommt die KI mit King Elon, KingBoss Gates und Prince Zuckerberg, die über das entscheiden was wir wissen dürfen und was wir können.
Damit lösen sich Ländergrenzen, Nationalitäten und Demokratien auf, weil auch die Arbeit und das Militär auf Humanoide übergehen.

Erinnern wir uns bitte an George Orwells "1984" und "the animal farm". Nun ratet mal wer heute die Schweine sind ?



Jedenfalls sind diverse richtig üble Szenarien vorstellbar.
Und als Deutsche sind wir diesen praktisch schutzlos ausgeliefert, durch unseren technologischen und wirtschaftlichen Rückstand und die gescheiterten politischen Bewegungen.
Wir haben auf der einen Seite die USA mit ihren immer mächtiger werdenden Großunternehmen, denen die Politik dort nicht mehr Herr wird.
Auf der anderen Seite haben wir die Chinesen, die aus gutem Grund darauf achten, ihre Unternehmen unter der Macht der Politik zu halten, was für diese Unternehmen aber gleichzeitig zu Wettbewerbsnachteilen führt.
Welches System gewinnt, bleibt abzuwarten. Aber so oder so wird die Bevölkerung dann wieder die Machtfrage stellen müssen, falls sie überhaupt noch eine Chance dazu hat.
"Menschen mit Sklavenmentalität betrachten ihre Fesseln als Garantie für Stabilität."
Michail Weller
Manfred
 
Beiträge: 15291
Registriert: Di Jun 13, 2006 18:26
  • Website
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon T5060 » Fr Aug 28, 2026 22:25

Naja ich habe rd. 5.000 Fachbücher stehen und nochmal rd. 500 Bücher mit Allgemeinbildung

Da kann man sich selbst noch Bildung aneignen

Da ich die meisten gebraucht kaufe, hab ich oft gesunde Wertsteigerungen drin, weil ausserhalb des Studentenmarkts fast nichts mehr veröffentlicht wird.
Man macht heute lieber Seminare, statt Bücher zu schreiben, weil da richtig viel Geld verdient wird.

Nur mit Seminarunterlagen, die nicht frei verkäuflich sind oder mit Zeitschriftenartikeln bzw. Onlinedatenbanken kann man sich schwer ein Thema erarbeiten
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
Benutzeravatar
T5060
 
Beiträge: 36633
Registriert: Sa Jan 10, 2015 7:46
Wohnort: Bayern - BW
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon langholzbauer » Fr Aug 28, 2026 22:36

JD Vance hat es in München vor 1,5 Jahren auf den Punkt gebracht.
Europa ist die Mutter der Demokratie und könnte mit seinem bürgerlichen Kapitalismus die Welt sehr stabil anführen.
Dazu gehört auch eine friedliche Handelspolitik vom Ural bis auf den Atlantik.

Schaut tief in die Vita derer, welche D. Und die EU in den Ökofaschissmus trieben und treiben und den Konflikt an der Ostflanke angezettelt haben und weiter schüren!
Nahezu alle werden von außerhalb gesteuert, damit sich der angelsächsische und trotz "deutscher Staatsräson" nicht zu leugnede zionistisch beeinflusste Imperialismus frei und völlig unabhängig von allen Regeln jeder Ethik ungezügelt ausbreiten kann.

Beste Beispiele sind die " Landesverräter" der GRÜNEN Habeck und Beerbock, für die
,genau wie schon davor für den " beim Schummeln erwischten "ehemaligen Kometen am CDU- Himmel " K.T.z.G. ,
in den USA bestens gesorgt wird...

Und so fallen selbst enttäuschte Bürger und leider mehr " Wessis " , die bei der AfD landen , auf eine Alice Weidel rein, die bei Goldman Sachs arbeitete und sich ihr Studium von der Konrad Adenauer Stiftung fördern ließ... :roll:
Glaubt ihr ernsthaft, dass die was gravierendes ändern will?

Nehmt es mir bitte nicht übel!
Da ist mir ein Ulrich Sigmund oder ein Tino Chrupalla mit solider handwerklicher Ausbildung und Erfahrungen in der realen Wirtschaft hundertmal lieber!
Und auch den Höcke, der über Studien der Rechtswissenschaft, Sportwissenschaft und Geschichtswissenschaft zum Lehramt mit Diplom kam, können seine Herkunftsregionen sofort gerne zurück geschenkt haben!
Dann geht es auch in Thüringen wieder vorwärts...

Zur Erläuterung:
Wir sind hier noch ein landwirtschaftliches Forum.
Deshalb hoffe ich, dass auch die Mitleser verstehen, wie ein bürgerlicher Kapitalismus nur funktionieren kann, wenn alle Beteiligten auskömmlich leben können, ohne einzelne über Gebühr zu belasten.
Bauer aus Leidenschaft für Land und Wald...
langholzbauer
 
Beiträge: 14803
Registriert: Fr Okt 19, 2012 22:08
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon 210ponys » Sa Aug 29, 2026 6:57

Nachspiel nach Rtl- Eklat: Kinderärztin packt über Merz aus-"wisst ihr, was er gesagt hat?"
also diese Dame hat meinen vollen Respekt.
https://www.msn.com/de-de/gesundheit/al ... ocialshare
210ponys
 
Beiträge: 8368
Registriert: Sa Dez 31, 2016 23:23
Wohnort: Bw
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon MikeW » Sa Aug 29, 2026 9:26

Ich kopier mal einen Beitrag aus dem www hier rein, in dem die Frage Ostdeutschland - Westdeutschland angesprochen wird.

Lesenswert , nicht um zu streiten, sondern um zu verstehen.

"
Neue deutsche Teilung: Warum nicht trennen, was nie zusammenwuchs?
Teilen
...oder: Der Osten stört schon wieder!

Westdeutsche Medien empören sich in diesen Tagen. Nicht über Kriegsvorbereitungen, den wirtschaftlichen Niedergang des Landes, explodierende Energiekosten oder Milliarden für Drohnen, Panzer und Raketen.

Nein, nein. Sie empören sich über Menschen, die sich über all das empören. Genauer gesagt: über Ossis.

Ob FAZ, RND oder Berliner Kurier – im westdeutschen Medienbetrieb scheint man seit geraumer Zeit nicht nur bemerkenswert unbegabt im Umgang mit Ostdeutschen zu sein, sondern inzwischen auch regelrecht erschöpft von deren fortgesetzter Existenz.

Nun hat man also – wie unsere Oma gesagt hätte – die Faxen dicke.

Der Ossi funktioniert einfach nicht.

Und "funktioniert nicht" bedeutet aus westdeutscher Sicht offenbar vor allem: Er sagt nicht zuverlässig Ja und Amen. Er bedankt sich nicht jeden Morgen für die blühenden Landschaften, während er durch eine entvölkerte Innenstadt zur nächsten geschlossenen Arztpraxis läuft, um dort dann einen Facharzttermin in drölf Monaten zu erhalten. Und wenn etwas erkennbar nicht gut läuft, besitzt dieser widerspenstige Menschenschlag Mitteldeutschlands auch noch die Unverschämtheit, es laut auszusprechen.

Das ist man offenbar nicht überall im Westen gewohnt. Dort nennt man solche Menschen seit Jahrzehnten wahlweise Jammer-Ossi, Wutbürger, Demokratiefeind oder neuerdings "dauerempört". Im Westen heißt dieselbe Haltung übrigens kritischer Journalismus (gut, das ist lange her), Zivilgesellschaft oder Haltung. Im Osten ist sie eine "Diktaturfolge".

Wir lassen das einmal so stehen und lächeln milde darüber hinweg.

Immerhin gehören wir zu jener deutschen Bevölkerung, die 1989 ihre eigene Regierung friedlich zu Fall brachte. Dass kaum jemand von uns anschließend unbedingt das wollte, was tatsächlich kam, lassen wir an dieser Stelle großzügig unter den Tisch fallen.

Man kann schließlich nicht jede Revolution reklamieren, wenn die Schlussrechnung aus dem Westen kommt.
Und genau hier liegt die Krux: Der Ossi besitzt einen eingebauten Bullshit-Detektor. Kein fehlerfreies Modell, zugegeben, aber ausgesprochen empfindlich.

Wir bekamen in unserer Kindheit und Jugend verschiedene Sichtweisen auf Geschichte, Gesellschaft und Geopolitik vermittelt. Unsere Eltern ein ganzes Leben lang. Wir hörten die Nachrichten des Ostens und die Nachrichten des Westens und konnten uns nicht nur die angenehmere Wahrheit aussuchen. Wenn es gut lief, fanden wir sie irgendwo dazwischen.

Wenn es schlecht lief, fanden wir die Wahrheit, indem wir die Lügen miteinander verglichen.
Das schult.

Der Ossi ist deshalb nicht automatisch klüger. Aber er ist sensibilisiert. Und noch viel schlimmer: Er macht den Mund auf, wenn ihm etwas merkwürdig vorkommt.

Damit kommt man in den alten Bundesländern offenbar zunehmend schlecht zurecht. Ausgerechnet die konservativsten Medien machen sich nun zum Sprachrohr dieser westdeutschen Erschöpfung.


Drei Artikel, drei Überschriften, eine Botschaft: Der Westen hat die Geduld mit dem Osten verloren.
Das ist bemerkenswert. Schließlich war uns bislang nicht bekannt, dass wir uns dort in einer laufenden Probezeit befinden.

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland kündigt an (23.08.2026):
"Dem Westen reicht es irgendwann."
Und der Berliner Kurier übersetzt für alle, denen das noch nicht deutlich genug war (24.08.2026):
"Ossis jammern zu viel!"

Die Frankfurter Allgemeine meldet (22.08.2026):
"Viele Westdeutsche haben mittlerweile die Nase voll."


Gemeint ist: von uns. Ganz ehrlich: Das berührt uns nicht besonders. Uns geht es mit euch genauso.

Und weil gegenseitige Erschöpfung möglicherweise die ehrlichste Gemeinsamkeit ist, die Ost- und Westdeutsche nach knapp 36 Jahren noch miteinander verbindet, sollte man sich ruhig mal einer Frage zuwenden, die viele von uns nicht erst seit diesen Artikeln beschäftigt:

Was haben wir eigentlich noch gemeinsam?
Müssen wir überhaupt etwas gemeinsam haben?

Und wäre es nicht vielleicht für alle Beteiligten besser – für euch, liebe Westdeutsche, vor allem aber für uns Ostdeutsche –, wenn wir künftig wieder getrennte Wege gingen?



DEUTSCHLAND: VON GOTT GESCHAFFEN, 1990 VON KOHL GELIEFERT
Politisch naive, historisch ungebildete und dialektisch eher semibegabte Zeitgenossen schütteln demonstrativ ihr leeres Haupt, wenn man fragt, warum Ostdeutschland gemäß dem völkerrechtlichen Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht wieder zur Eigenstaatlichkeit finden sollte.

Ich halte das für ein interessantes und keineswegs absurdes Thema. Eingangs erwähnte Zeitgenossen – meist aus Westdeutschland – reagieren dagegen, als habe man gerade die Abschaffung des Grundgesetzes zugunsten der Speisekarte eines Thüringer Rostbratwurststandes vorgeschlagen.

Sie tun so, als sei das heilige vereinigte Deutschland bereits in Moses’ Steintafeln gemeißelt worden – gleich unter dem Gebot: Du sollst keine anderen Staatsgebiete neben mir haben. Allein der Gedanke an eine Trennung von Ost- und Westdeutschland, die ich persönlich übrigens für ziemlich konstruktiv halte – und zwar nicht nur für Deutschland –, gilt ihnen als vollkommen absurd und verrückt.

Warum eigentlich?

Wer es schafft, die Frage einmal sachlich und ohne nationale Gefühlsduselei anhand einer Pro-und-Contra-Liste zu betrachten, dürfte zumindest auf eine erstaunlich lange Pro-Separationsliste kommen. Das setzt allerdings voraus, dass man Deutschland nicht für ein gottgegebenes Naturereignis hält.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Geschichte: Das heutige Deutschland ist seit knapp 36 Jahren vereinigt. Zuvor war es mehr als 40 Jahre in zwei Staaten geteilt.



WIEDERVEREINIGUNG: ETIKETT DRAUF, GESCHICHTE ERLEDIGT
Nun ist es nicht so, dass man 1990 gleichsam heilsam zum territorialen Zustand vor der Teilung zurückkehrte. Ganz im Gegenteil: Das heute sogenannte wiedervereinigte Deutschland wurde streng genommen niemals wiedervereinigt.

Hätte man Deutschland in seinen Grenzen von 1937 wiederhergestellt, wäre sein Staatsgebiet fast ein Drittel größer gewesen und hätte unter anderem Ostpreußen, Schlesien und die östlichen Teile Brandenburgs umfasst. Nähme man auch noch jene Gebiete hinzu, die deutsche Nationalisten zeitweise für Deutschland beanspruchten – etwa das Sudetenland oder Österreich –, würde die Absurdität des Begriffs vollends deutlich. Selbstverständlich wäre das weder politisch legitim noch ernsthaft erstrebenswert. Es zeigt lediglich: „Wiedervereinigung“ bezeichnete nie die Wiederherstellung eines früheren Deutschlands.

Tatsächlich nahm die größere Bundesrepublik lediglich das Gebiet der kleineren DDR hinzu, zog einen Strich darunter und nannte das Ergebnis Wiedervereinigung – als sei Deutschland in den Grenzen von Opas Schulatlas wiederauferstanden.

Historisch und territorial ist das Unsinn. Politisch war der Begriff dagegen ausgesprochen nützlich.

Er vermittelte vor allem den Deutschen selbst: Nun sei alles wieder gut, das Jammertal durchschritten und die natürliche Ordnung der Geschichte wiederhergestellt. Das Jammertal wurde dabei auffallend häufig, wenn nicht ausschließlich, mit der DDR gleichgesetzt. Von nun an sollte das vereinigte Volk geschlossen einer glorreichen deutschen Zukunft entgegenblicken. Wie hervorragend das funktioniert hat, lässt sich heute in jeder Innenstadt, jedem Staatshaushalt und jeder Bildungsstatistik bewundern.

Warum sollten wir auf diese begriffliche Kleinigkeit achten? Weil sie für unsere weitere Überlegung entscheidend ist. Wenn zahlreiche Gebiete, die über Jahrhunderte zum deutschen Kultur- oder Staatsraum gehörten, heute problemlos nicht mehr zu Deutschland zählen können, dann ist seine gegenwärtige Gestalt offensichtlich weder naturgegeben noch für die Ewigkeit bestimmt.

Oder kürzer: Was Deutschland ist, bestimmt offenbar nicht die Geschichte, sondern der jeweilige politische Bedarf.

Die mehr als vier Jahrzehnte der Teilung haben – in Verbindung mit der Erfahrung des zuvor glücklicherweise gescheiterten "Dritten Reiches" – zwei grundverschiedene Gesellschaften in Mitteleuropa hervorgebracht, deren einzig verbliebene Gemeinsamkeit die Sprache ist. Und selbst diese wird längst nicht mehr überall auf dieselbe Weise gesprochen, verstanden und politisch benutzt. "Ei verbibbsch nochemol", sacht da das Mutschekiepchen...


DEUTSCHLAND: SEIT 1871 IM POLITISCHEN PROBEBETRIEB
Vor 1949 war Deutschland in Gestalt des Zweiten und später des sogenannten "Dritten Reiches" vereinigt – allerdings in völlig anderen Grenzen und politischen Konstruktionen als heute. Infolge der beiden Weltkriege gingen große Teile des damaligen Reichsgebietes verloren. So unveränderlich, heilig und naturgegeben waren deutsche Grenzen also auch in den letzten hundert Jahren nie.

Doch selbst dieses Deutschland existierte erst seit 1871 – gegründet ausgerechnet im Spiegelsaal von Versailles bei Paris. Mehr französische Starthilfe verträgt vermutlich kein deutscher Nationalmythos.

Zuvor gab es keinen deutschen Nationalstaat, sondern zahlreiche Königreiche, Fürstentümer, Herzogtümer und freie Städte. Noch in den 1860er-Jahren war keineswegs entschieden, ob Österreich oder Preußen den deutschen Raum dominieren würde. Entschieden wurde diese Frage 1866 nicht durch einen Volksentscheid, sondern im Deutschen Krieg. Auch damals ließ sich die deutsche Einheit offenbar leichter erschießen als abstimmen.

Und wer nun auf das sogenannte "Erste Reich" verweist – zumindest nummerierten die *Zensur* es so –, also auf das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation", dem sei gesagt: Genau hier fängt die deutsche Geschichtsklitterung bereits an:

Das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" war weder heilig noch deutsch noch römisch noch Nation...

Eine deutsche Nation als über Jahrtausende gewachsene, natürliche Gemeinschaft hat es niemals gegeben. Aber: Nationalmythen funktionieren schließlich am besten, wenn möglichst wenig Geschichte darin vorkommt.


FRANKREICH: ERST ZUSAMMENBAUEN, DANN "GRANDE" DRAUFSCHREIBEN
Das betrifft im Prinzip alle Staaten. Denn – pardon, mes amis – auch die "Grande Nation" war ursprünglich weder besonders grande noch eine Nation.

Bretonen, Basken, Burgunder oder Okzitanier hatten mit dem kleinen königlichen Machtzentrum in der Île-de-France ungefähr so viel gemein wie ein Ostfriese mit sächsischer Eierschecke. Nicht einmal dieselbe Sprache verband sie. Frankreich war nicht zuerst eine Nation, die sich einen Staat gab. Es war ein Staat, der seinen Bewohnern danach erklärte, sie seien schon immer eine Nation gewesen. Französisches Marketing eben: erst zusammenbauen, dann "Grande Nation" draufschreiben. Kosmetik können die schon immer...


DIE SCHWEIZ: VIER SPRACHEN, EIN STAAT UND ERSTAUNLICH WENIG SENDUNGSBEWUSSTSEIN
Ein anderes Beispiel ist die Schweiz. Kaum ein Vorgarten in Appenzell, St. Gallen, Uri oder im Aargau – und schon gar nicht in Schwyz –, in dem nicht die sonderbar quadratische Schweizer Flagge weht. Andere Länder brauchen längliche Fahnen, um ihre nationale Größe unterzubringen. Die Schweizer schaffen das auf einem Quadrat.

Lässt man die Schweizer Gründungsmythen beiseite, bleibt etwas viel Interessanteres: die von Vernunft, Zweck und gemeinsamem politischen Willen getragene Entscheidung, eine staatliche Einheit zu bilden – trotz verschiedener Herkunft, Kulturen und Sprachen.

Die moderne Schweiz eint vor allem der Wille, eine politische Gemeinschaft zu sein: Föderalismus, direkte Demokratie, Neutralität, Frieden und ein gesunder Abstand zu Großmachtfantasien und Militärbündnissen. Eine Leitlinie klingt heute verführerischer als die andere.

Seit 1848 funktioniert dort ein Bundesstaat, in dem Menschen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch sprechen – weil sie sich dafür entschieden haben und politische Grundsätze teilen. Damit fehlt der Schweiz bemerkenswerterweise schon einmal jene Grundeigenschaft, die unsererorts gern zur unverzichtbaren Voraussetzung einer Nation erklärt wird: eine gemeinsame Sprache. Und trotzdem funktioniert das Land – offenbar hat man vergessen, ihm mitzuteilen, dass das eigentlich gar nicht gehen dürfte...

Und: Warum sollte das heute unmöglich sein? Da es Wilhelm Tell historisch nicht gegeben hat, kann er unmöglich für alle Zeiten das Patent darauf besitzen. Das politische Konzept der Schweiz ist also Open Source. Warum nutzen wir es nicht?

Die gute Nachricht für alle Menschen, die ohne Patriotismus nicht auskommen: Er bleibt euch erhalten. Es ändert sich lediglich das Verwaltungskonstrukt. Insofern: ruhig Blut.



DIE NATION: EINE VERWALTUNGSEINHEIT MIT HYMNE UND FAHNE
Die Nation ist kein Naturgesetz. Sie ist eine sehr junge Entwicklung – und keineswegs automatisch ein Erfolgsmodell. Noch um 1800 hätte die große Mehrheit der Menschen im deutschen Raum vermutlich einen Vogel gezeigt, wenn man ihnen erklärt hätte, sie seien Angehörige einer deutschen Nation. Sie waren Preußen, Sachsen, Bayern, Thüringer oder Untertanen irgendeines Fürsten, dessen wichtigster Beitrag zur Weltgeschichte darin bestand, Steuern einzutreiben und gelegentlich den Nachbarfürsten zu überfallen.

Das war jahrhundertelang so – und erstaunlicherweise drehte sich die Erde trotzdem weiter.

Die "Nation" ist letztlich eine historische Verwaltungsvereinbarung mit Hymne, Fahne und der festen Überzeugung, schon immer da gewesen zu sein.

Warum also sollte ausgerechnet Deutschland bis in alle Ewigkeit in genau jener Zusammensetzung in Stein gemeißelt sein, die wir heute erleben? Weil es 1990 auf einer Pressekonferenz zu früh verkündet wurde? Weil Helmut Kohl es versprochen hat? Oder weil Grenzen nur dann veränderbar sein dürfen, wenn Deutschland dabei größer wird?

Und damit kommen wir zum entscheidenden Punkt: dem sogenannten "Selbstbestimmungsrecht der Völker".



SELBSTBESTIMMUNG: DIE WESTLICHE EXPORTVERSION MIT REGIONALSPERRE
Wenn diese Errungenschaft tatsächlich existiert – und laut UNO tut sie das –, wird sie erstaunlich selten angewandt. Ich begegne ihr fast ausschließlich im Dienste geostrategischer Interessen des Westens. Offenbar handelt es sich um ein Selbstbestimmungsrecht mit regional begrenzter Lizenz.

Alles östlich der Oder scheint davon ausgenommen zu sein. Dort dürfen Völker selbst bestimmen – allerdings nur, wenn das Ergebnis vorher in Washington, Brüssel oder Berlin feststeht.

Nun haben wir Glück: Dieser Text beschäftigt sich mit Deutschen diesseits der Oder, genauer gesagt zwischen Elbe und Oder. Dann sollte es möglich sein, hier das eigene Schicksal selbst bestimmt in die Hand zu nehmen. Immerhin befänden wir uns noch im anerkannten Einsatzgebiet westlicher Werte...

Wenn ein Volk darüber befinden können soll, welchem Staat es angehören möchte – ein Prinzip, mit dem der Westen unter anderem die Abspaltung des Kosovo rechtfertigt –, warum erscheint dann allein der Gedanke an eine ostdeutsche Abstimmung so abwegig?

Vielleicht besitzt das Selbstbestimmungsrecht im Kleingedruckten eine Deutschlandklausel?



USA: AUS STEUERFRUST ZUR WELTMACHT – MAN MUSS NUR GROSS DENKEN
Die selbst ernannte mächtigste Nation dieser Erde gründete sich übrigens zunächst auf der Unzufriedenheit englischer Untertanen mit ihrer Besteuerung. Wenn bereits ein Steuerstreit eine Rebellion auslösen konnte, die in der Gründung der bis heute dominierenden Weltmacht mündete, hätten die Ostdeutschen wohl drei oder vier Gründe mehr, über eigene Souveränität nachzudenken – zu hohe Steuern eingeschlossen.

Nach amerikanischem Gründungsmaßstab wären wir längst überqualifiziert.



DAS GRUNDGESETZ: MÖBELRÜCKEN ERLAUBT, AUSZIEHEN VERBOTEN
Nun wird der patriotisch besorgte Verfassungsfreund einwenden: Das geht doch überhaupt nicht! Das Grundgesetz! Die Verfassung! Karlsruhe! Vermutlich auch die Hausordnung des Bundestages!

Und tatsächlich: Nach geltendem Verfassungsrecht kann ein Bundesland nicht einfach austreten. Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2016, die Länder seien nicht die "Herren des Grundgesetzes"; für ihre Abspaltung sei darunter "kein Raum". Wer Sachsen oder Thüringen beim Einwohnermeldeamt aus der Bundesrepublik abmelden möchte, wird dort vermutlich keinen passenden Vordruck finden.

Das Grundgesetz erlaubt zwar die Neugliederung von Bundesländern und teilweise sogar Volksentscheide. Man darf Länder zusammenlegen, neu zuschneiden und Grenzen verschieben – nur das Bundesgebiet verlassen darf niemand. Föderaler Möbelumbau ist gestattet, der Auszug aus der gemeinsamen Wohnung nicht.

Damit scheint die Sache erledigt. Scheint.

Denn Artikel 146 erklärt, dass das Grundgesetz seine Gültigkeit verliert, sobald eine Verfassung in Kraft tritt, die vom deutschen Volk "in freier Entscheidung beschlossen" worden ist. Das bedeutet nicht, dass das Grundgesetz keine vollwertige Verfassung sein könnte. Es hält aber ausdrücklich die Möglichkeit einer neuen, vom Volk beschlossenen Verfassung offen.

Und genau diese gesamtdeutsche Volksabstimmung hat es bis heute niemals gegeben.

1949 wurde das Grundgesetz vom Parlamentarischen Rat in der BRD ausgearbeitet und von den Landesparlamenten angenommen. 1990 trat die DDR dem Geltungsbereich des bestehenden Grundgesetzes der BRD bei. Schade eigentlich, dass sie dabei ihre eigene, sehr solide Verfassung nicht mitnahm: Schließlich kommt allein das Wort "Frieden" in ihr 11 mal häufiger vor als im Grundgesetz der BRD...

Aber: Ob sich die (Gesamt-)Deutschen gemeinsam genau diese Verfassung geben wollten, wurden sie niemals gefragt.

Die deutsche Einheit war offenbar zu demokratisch, um sie dem Risiko einer unmittelbaren demokratischen Entscheidung auszusetzen.

Kurz gesagt: Nach dem geltenden Grundgesetz ist eine Abspaltung Ostdeutschlands nicht vorgesehen. Aber dasselbe Grundgesetz erklärt in seinem letzten Artikel, wie man es durch eine vom Volk beschlossene Verfassung ersetzen kann.
Die Tür ist also abgeschlossen. Der Schlüssel steckt allerdings von innen.


DIE MAUER IST WEG – IN DER STATISTIK STEHT SIE NOCH
Den Ostdeutschen, vor allem aber den Westdeutschen dürfte längst klar sein, dass die ehemalige innerdeutsche Grenze in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen fortbesteht. Wir sehen sie auf Karten zu Wahlergebnissen, Einkommen, Vermögen, Rentenansprüchen, politischen Überzeugungen und beinahe jeder anderen Frage, die dieses angeblich vereinte Deutschland betrifft.

Die Grenze wurde 1990 politisch beseitigt und anschließend in jede relevante Statistik eingezeichnet.

Wenn diese Gegensätze mehr als 35 Jahre nach der sogenannten Wiedervereinigung noch immer so deutlich hervortreten und realistisch ausgedrückt längst unüberbrückbar sind, sollte man darüber nachdenken, ob diese politische Einheit tatsächlich das Maß aller Dinge ist – nicht nur für die Menschen, die in ihr leben, sondern auch für den Rest der Welt.

Schließlich ist dieses Land inzwischen fast genauso lange wiedervereinigt, wie es zuvor geteilt war. Viel länger kann man einem politischen Experiment kaum Zeit geben, bevor man wenigstens einmal nach dem Ergebnis fragt.

Es kann kaum jemand bestreiten, dass es mit diesem Land seit Jahrzehnten in gewaltigen Schritten bergab geht – wirtschaftlich, sozial, politisch und kulturell. Im Westen und Osten werden jedoch nicht nur diese Entwicklung, sondern vor allem ihre Ursachen vollkommen unterschiedlich bewertet. Selbst beim gemeinsamen Untergang herrscht Uneinigkeit über die Laufrichtung.



VOLKSABSTIMMUNG: AUS DEMOKRATISCHEN GRÜNDEN LEIDER AUSGEFALLEN
Fakt: Es gab 1989, 1990 oder 1991 niemals eine Volksabstimmung darüber, ob die BRD und die DDR vereinigt werden sollten. Weder die Menschen im Westen noch jene im Osten wurden unmittelbar darüber befragt.

Warum also sollte man nicht heute eine echte Abstimmung durchführen?



NEUE DEUTSCHE TEILUNG: EIN RISIKO – VOR ALLEM FÜR ALTE GEWISSHEITEN
Das Ergebnis einer solchen Abstimmung könnte tatsächlich riskant sein: Es könnte ein weiterer souveräner Staat mit deutscher Amtssprache entstehen – neben der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz.

Vier deutschsprachige Staaten in Europa. Das Abendland würde es vermutlich überleben. Schließlich ist die deutsche Sprache kein Betriebssystem, das nur auf einem einzigen Staatsgebiet installiert werden darf.

Dieser neue Staat müsste nicht einmal versuchen, die DDR aus dem Museum zu holen, abzustauben und wieder an die Steckdose anzuschließen. Er könnte etwas tatsächlich Revolutionäres wagen: aus den Erfahrungen beider deutscher Staaten lernen, ohne sich einem von beiden vollständig auszuliefern.

Er könnte soziale Sicherheit, öffentliches Eigentum, bezahlbares Wohnen, flächendeckende Kinderbetreuung und das Recht auf Arbeit wieder ernst nehmen – und gleichzeitig Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, freie Wahlen und umfassende Bürgerrechte garantieren. Man könnte also das Brauchbare bewahren und den politischen Sperrmüll entsorgen. Ein Verfahren, das bei Haushaltsauflösungen seit Jahrhunderten funktioniert, der deutschen Geschichte aber offenbar noch nicht vorgestellt wurde.

Vor allem könnte dieser Staat neutral, blockfrei und friedlich sein.

Keine ausländischen Militärstützpunkte. Keine Atomwaffen. Keine Kriegseinsätze zur Verteidigung westlicher Werte in Ländern, deren Namen die zuständigen Minister erst auf einer Landkarte suchen müssen. Keine jährlich neuen Milliardenpakete für Drohnen, Panzer und Raketen, während Schulen, Brücken, Krankenhäuser und Bahnstrecken den allmählichen Übergang in die Archäologie vollziehen.

Statt "kriegstüchtig" zu werden, könnte dieser Staat tatsächlich friedenstüchtig sein.

Das klingt heute beinahe extremistisch, war aber einmal gesellschaftlicher Konsens. Frieden müsste dort nicht nur einmal dekorativ in der Präambel stehen, um anschließend im politischen Tagesgeschäft unter Haushaltsvorbehalt gestellt zu werden. Er könnte verbindlicher Staatszweck sein.

Ein solcher Staat könnte sich weder Washington noch Moskau unterwerfen, weder Brüssel noch irgendeinem Militärbündnis seine außenpolitische Vernunft zur Aufbewahrung überlassen.

Er könnte mit allen handeln, mit allen sprechen und sich weigern, für andere Großmächte Schlachtfeld, Aufmarschgebiet oder moralisch beleuchteter Flugzeugträger zu spielen.
Unvorstellbar?

Die Schweiz praktiziert Neutralität seit Jahrhunderten, ohne dass morgens ihre Berge verschwinden. Österreich ist seit 1955 verfassungsrechtlich neutral und wurde deshalb ebenfalls nicht aus Europa herauskatapultiert. Offenbar können deutschsprachige Staaten existieren, ohne permanent am Hindukusch, im Baltikum oder im Südchinesischen Meer ihre Sicherheit verteidigen zu müssen.

Das eigentliche Risiko eines souveränen Ostdeutschlands bestünde womöglich gar nicht darin, dass es scheitert. Das viel größere Risiko bestünde darin, dass einiges funktioniert: niedrigere politische Temperaturen, eine Außenpolitik ohne Großmachtpubertät, wirtschaftliche Beziehungen in alle Richtungen und ein Staat, der seine Bürger nicht hauptsächlich als Steuerzahler, Soldatenreserve und Empfänger regierungsamtlicher Belehrungen betrachtet.

Dann müsste man nämlich erklären, warum all das in der Bundesrepublik angeblich alternativlos war.

Vielleicht wäre ein solcher Staat kleiner, bescheidener und weniger bedeutend. Das muss kein Nachteil sein. Die größten Katastrophen der deutschen Geschichte entstanden schließlich selten aus einem Mangel an Bedeutung.

Bertolt Brecht formulierte das bereits 1950 in seiner wunderschönen sogenannten "Kinderhymne" – ohne jede Großmachtambition, aber mit jenem selbstbewussten Anstand, der sich mehr als alles andere für eine deutsche Nationalhymne eignen würde:

"Und nicht über und nicht unter andern Völkern wolln wir sein."

Eigentlich ein denkbar bescheidener Anspruch: über niemandem stehen, unter niemandem knien. Für deutsche Verhältnisse offenbar schon wieder revolutionär.


Man wird ja wohl noch träumen dürfen – solange Träume nicht ebenfalls der deutschen Staatsräson unterliegen, vom Verfassungsschutz beobachtet oder wegen mangelnder Bündnistreue aus dem demokratischen Diskurs ausgeschlossen werden.

Und falls dem Westen tatsächlich "irgendwann reicht", wie seine Medien inzwischen verkünden, könnten wir ihm ausnahmsweise entgegenkommen.

Man soll Reisende bekanntlich nicht aufhalten. Nicht einmal, wenn sie in entgegengesetzte Richtungen reisen...

"

Quelle : https://kosmonautshop.com/blogs/blog-st ... UobOfBfLEA
Selbst Denken ist wichtig, ... wichtiger denn je.
MikeW
 
Beiträge: 3949
Registriert: Mo Mär 24, 2008 9:35
  • Website
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon T5060 » Sa Aug 29, 2026 11:30

MikeW hat geschrieben:Nun hat man also – wie unsere Oma gesagt hätte – die Faxen dicke.


Deine Oma hatte noch gar Fax :lol:

So Thema deutsches Gesundheitswesen:

Wir haben weltweit das beste und teuerste Gesundheitswesen was man dem Volk zum Nulltarif bieten kann.
Das wir Verwerfungen innerhalb dieses Systems haben ist bekannt. .
Das reicht von unnützen OP´s, teuren Medizinimmobilien bis zu den Asylanten, die die Beitragszahler mit bezahlen.
Wie man das ganze System neu organisiert und die Gelder im System verteilt, dadrüber darf nachgedacht werden.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
Benutzeravatar
T5060
 
Beiträge: 36633
Registriert: Sa Jan 10, 2015 7:46
Wohnort: Bayern - BW
Nach oben

VorherigeNächste

Antwort erstellen
26232 Beiträge • Seite 1734 von 1749 • 1 ... 1731, 1732, 1733, 1734, 1735, 1736, 1737 ... 1749

Zurück zu Aktuelles und Allgemeines

Wer ist online?

Mitglieder: AP_70, Bing [Bot], flashbac, Google [Bot]

  • Foren-Übersicht
  • Das Team • Impressum • Alle Cookies des Boards löschen • Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Forum Group • Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
phpBB SEO Design created by stylerbb.net & kodeki